Parodontologie

Mit einer der häufigsten Gründe warum Zähne verloren gehen sind Schäden am Zahnhalteapparat (Parodont). Dieser besteht aus dem knöchernen Zahnfach und dem Zahnfleisch.

Warum Parodontitis gefährlich ist

Aufgrund erschwerter Hygienebedingungen, genetischer Komponenten und Umweltfaktoren kommt es zu Entzündungen des Zahnfleisches, die sich – wenn sie nicht behandelt werden – in die Tiefe ausbreiten und zu schweren Schäden des Zahnhalteapparates führen können.

Leider bemerken viele Patienten das Problem erst, wenn die Zähne bereits beginnen, locker zu werden. Eines der frühesten Anzeichen ist Blutungen beim Zähneputzen.

⚠️ Chronische Folgen für den ganzen Körper

Bleibt diese Entzündung unbemerkt und wird nichts dagegen unternommen, kommt es zu einem chronischen Verlauf mit Auswirkungen auf den gesamten Körper. Das Risiko für Frühgeburten, Diabetes, Herzerkrankungen und sogar Atemwegserkrankungen steigt deutlich an.

Wie häufig ist Parodontitis?

Etwa jeder sechste Erwachsene in Deutschland leidet an einer Parodontitis. Wir warnen davor, die durch bestimmte Bakterien der Mundhöhle ausgelöste entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates auf die leichte Schulter zu nehmen.

Wie beginnt Parodontitis?

Parodontitis beginnt immer mit einer zunächst harmlos erscheinenden Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis). Warum diese Entzündung plötzlich in eine Parodontitis umschlägt und welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, ist heute noch nicht endgültig geklärt. Vermutet werden genetische Komponenten, Umweltfaktoren und die häusliche Mundhygiene.

Parodontitis als Infektionskrankheit

Parodontopathien werden heute als Infektionskrankheiten angesehen. Diese werden durch direkten oder indirekten Einfluss von Mikroorganismen hervorgerufen. Besonders wichtig: Diese Bakterien sind ansteckend!

⚕️ Ansteckungsgefahr in der Familie

Die Bakterien können bei engem Kontakt übertragen werden – zum Beispiel durch Küssen oder das gemeinsame Benutzen von Ess- oder Trinkgeschirr. Daher finden wir häufig gleich mehrere oder alle Familienmitglieder als erkrankt vor.

Wichtig für Eltern: Auch Karies ist eine ansteckende Krankheit! Achten Sie besonders im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern darauf, da das Karies verursachende Bakterium ebenfalls übertragen werden kann.

Wie erkenne ich Parodontitis?

Die Reaktionen des Körpers zeigen sich in einer Rötung, Schwellungen, Blutungen nach Provokationen und Schmerzen des Zahnfleisches.

⚠️ Oft unbemerkt über Jahre

Bei vielen Verläufen sind diese Symptome nur gering ausgeprägt oder überhaupt nicht vorhanden, so dass die Erkrankungen vom Betroffenen oft völlig unbemerkt über Jahre hinweg voranschreiten.

Wie entstehen die Schäden?

Die Defekte am Zahnhalteapparat werden hervorgerufen durch:

  • Proteolytische Enzyme: Diese greifen die Gewebestrukturen der Zellen an
  • Toxine: Diese setzen Enzyme frei, die weitere Schäden verursachen
  • Immunreaktionen: Der Körper richtet sich indirekt gegen eigene Zellen im Zahnhalteapparat

Welche Formen gibt es?

Das überwiegende Krankheitsbild stellt die Erwachsenenparodontitis dar. Diese basiert immer auf einer Schmutzgingivitis wegen ungenügender Mundhygiene.

Sonderformen wie progressive- oder juvenile Parodontitis verlaufen problematischer und sind seltener anzutreffen. Bei schlechter Mundhygiene zeigen diese Sonderformen unbehandelt desaströse Verläufe, die mit früher Zahnlosigkeit enden können.

Wie behandeln wir Parodontitis?

Früherkennung und Basistherapie

Ist die Parodontitis noch nicht weit fortgeschritten, genügt möglicherweise ein so genanntes Scaling. Dabei wird der sich um die Zahnwurzel herum gebildete Biofilm, in dem sich die Bakterien befinden, mit einer Kürette abgetragen.

Fortgeschrittene Behandlung

Ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten, erfolgt die Behandlung zusätzlich mit einem gezielt gegen den jeweiligen Erreger gerichteten Antibiotikum.

🔑 Das A und O: Langzeitbehandlung

Das A und O einer erfolgreichen Parodontitis-Behandlung ist jedoch die Langzeitbehandlung. Denn nach dem Scaling der Zahnwurzeln erfolgt über kurz oder lang eine Wiederbesiedlung mit Bakterien.

Aus diesem Grund sollte die Prophylaxebehandlung in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Erfolgsrate

Wenn Patienten diese Therapieempfehlungen konsequent befolgen, können selbst bei schwerer Parodontitis etwa 90 Prozent der Zähne gerettet werden, die sonst ausgefallen wären.

Die Durchführung guter Mundhygiene und die regelmäßige professionelle Zahnreinigung in Verbindung mit der Keimreduzierung ist beim Vorliegen einer Parodontose unerlässlich.

Regenerative Therapie mit EMDOGAIN®

In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung zeigt die Anwendung von EMDOGAIN®, bei richtiger Indikation, eine Möglichkeit der Zurückgewinnung von Knochen, welcher durch eine Parodontitis verloren gegangen ist.

Es wird ein Prozess in Gang gesetzt, der Vorgänge bei der natürlichen Zahnentwicklung nachahmt. Eine Knochen-Neubildung beginnt entlang der Wurzeloberfläche der Zähne und die entstandenen Defekte werden durch die Wirkungsmechanismen von EMDOGAIN® wieder neu aufgefüllt (Regeneration).

✨ Unsere Erfahrungen

Unsere Erfahrungen bestätigen die Annahme, dass durch den Einsatz von EMDOGAIN® eine deutlich verbesserte Wundheilung nach operativen Eingriffen zu verzeichnen ist.

Auch bei extrem verlagerten Weisheitszähnen, welche in einer Vielzahl von Fällen mit der Zahnkrone an die Wurzeln des Nachbarzahnes anstoßen, kommt es durch die Verwendung von EMDOGAIN® zu einer guten Knochenneubildung, welche eine häufig auftretende Zahnfleischtasche an diesem Zahn verhindert.

In Röntgenbildern ist deutlich der wieder vorhandene Knochen zwischen den Zahnwurzeln zu erkennen.

Schützen Sie Ihre Zähne!

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und professionelle Zahnreinigungen sind der beste Schutz vor Parodontitis. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin für eine parodontale Untersuchung.

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